Aus dem Winterschlaf erwacht

Aus dem Winterschlaf erwacht

Jap, da war sie mal wieder: DIE Winterdepression. Sie hat sich wohl diesen Winter echt einen Sport draus gemacht, mich zu belästigen und zu schauen, wie viel es braucht, bis ich vielleicht nicht mehr aufstehe. Hobbylose Kreatur, diese Winterdepression, echt.

Nun ja, wenigstens habe ich eine kleine Waffe gegen diesen Bastarden gefunden: Tanzen. Ja, das tu ich schon lange, aber nie so intensiv wie in letzter Zeit. Ich bin dort tatsächlich akzeptiert und darf Teil der grossen Tanzfamilie sein. Leute freuen sich ehrlich, wenn ich da bin und fragen nach, wenn ich einmal nicht erscheine. Es tut gut, sowas zu erleben.

Neben dem sozialen Faktor ist natürlich auch die Bewegung grossartig für mich, auch wenn Paartanz manchmal etwas mühsam ist, wenn es um die Selbstbestimmung geht… Als Frau darf ich ja nicht führen, weil das ja Aufgabe der Herren ist … Da ich bisher aber mein ganzes Leben lang immer nur tat, was andere von mir erwarten, gibt es da einen ziemlich starken Rebellen in mir, der nicht folgen will, sondern führen.

Es folgen dann des Öftern mal Zwergenaufstände meinerseits, wenn ich mal wieder nicht darauf achte, was der Mann mir gegenüber tut und von mir will, sondern einfach mal mache, was mir grad passt. Das führt zu glorreichen Gesichtsausdrücken bei der Männerwelt: eine Mischung aus Unglauben und Frustration unterstrichen von einem Hauch eines Lächelns, wenn sie mich schon erwas länger kennen und genau wissen, dass ich mal wieder schlicht keine Lust mehr hatte, zu folgen.

Mein Tanzleben wurde nun aber echt deutlich besser, seit ich die Möglichkeit habe, den Tanzlehrern zu assistieren. Seit dem Tag darf und soll ich lernen zu führen, damit ich den Männern im Kurs helfen kann. Ich darf nun also offiziell mal ab und an die Rolle wechseln und kann dann einfach behaupten, ich müsste mal eben üben, wie es sei, Mann zu sein. 😉

Naja, jedenfalls hat mich das Tanzen durch den Winter gebracht und dem scheiss Wetter, der beschissenen Dunkelheit und den ganzen Strapazen, die laut Murphys Gesetz selbstverständlich auch genau in dem Moment aufkommen (wo bliebe denn sonst der Spass?) die Stirn geboten.

Ich hoffe, der Frühling hält nun an und ich darf wieder etwas aufatmen.

Eine Antwort

  1. Nelia
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    Wie schön, dich wieder zu lesen 😘

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