Chamäleon-Ritmus

Chamäleon-Ritmus

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Da blickt man, nichts ahnend an die Tafel, und sieht da das altbekannte Sorgenkind, quasi den Erzfeinden stehen: Logarithmus. Nicht nur, dass der Bastard, wie er mir später noch erzählen sollte, sein Dasein dadurch definiert, Studenten zu quälen, er fiel auch noch einem Rechtschreibefehler zum Opfer wie s scheint: Logarhythmus müsste das doch heissen oder nicht? Nagut, vielleicht erklärt das, dass Logarithmen pflegen, nicht sehr taktvoll zu sein und zudem das Rechnen mit ihnen eher holprig von Statten geht.

Jedenfalls, als ich da an die Tafel blickte, wurde mir einiges klar. Logarithmus ist ein Scheidungskind: dauernd am Vermitteln zwischen Mama Basis und Papa Numerus, muss es echt anstrengend sein. Zumal man als Kind doch definitiv nicht Mediator zwischen den Elternteilen darstellen sollte?  Nun gut, aber er ist es nun mal. Hinzu kommt, dass er seine Persönlichkeit auf Variablen abstützt und somit keine wirklich eigene Persönlichkeit hat. Er definiert sich konstant durch den Einfluss von aussen, ernährt sich von den ihm zugespielten Termen und Variablen und ist von Berufswegen zur Passivität verdonnert. Kaum jemand ist so vielseitig und flexibel wie er, aber gleichwohl bleibt wohl bei seiner Tätigkeit einiges auf der Strecke.

So erklärt sich dann, wie er zu plötzlichen Rundumschlägen ausholt, sich schon fast hämisch drüber freut, wenn Studenten sich mal wieder die Zähne ob ihm ausbeissen und er triumphierend für ein mal auf andere herunter schauen kann. Es ist für ihn ein Genuss, Menschen zu verwirren und die Gesichter der Anwender  zu sehen, wenn sie sich mal wieder fragen, warum Chamäleon-Ritmus schon wieder nicht tut, was er sollte.

Vom Schuldgefühl gepackt, weil er ja eigentlich nicht so zerstritten sein möchte mit anderen, wie es seine Eltern sind, bietet er dann wiederum Hilfestellungen, um Variablen zu entschlüsseln, und hofft, wenn er nicht allzu sehr gehasst wird, den ewig währenden Krieg mit dem Taschenrechner zu gewinnen, denn dieser scheint ihn so mächtig zu bedrohen, dass er berechtigter Weise fürchtet, bald in Vergessenheit zu geraten.

Je länger ich Logarithmus zuhöre, um so mehr habe ich irgendwie Mitleid mit dem armen Kerl, denn er kann ja nichts dafür, dass seine Eltern so verkorkst sind, dass sie sich ein Kind bauten, nur um dieses zwischen sich vermitteln zu lassen. Rabeneltern!

So mache ich mich nun mit sehr viel mehr Feingefühl an die Arbeit und habe Nachsehen, wenn der Mistkerl mir wieder mal nicht gehorcht, mein Ergebnis absolut falsch ist und ich nochmals von vorn beginnen muss. Er kann nichts dafür, und vielleicht, wenn er öfters etwas Freundlichkeit erleben würde, hätten wir alle weniger Probleme mit ihm.

2 Antworten

  1. Nelia
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    Obwohl immer eine Matheniete gewesen, mag ich deine mathematischen Posts 😉

    • LyrenOrva
      | Antworten

      Hihi ja irgendwie bezweifle ich schwer, dass mathe und ich freunde werden ^^ aber entsprechend muss ich nach nem weg suchen, mathe erträglicher zu machen 😉

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