Danke

Danke

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Es ist seltsam. Immer wieder sehne ich mich nach Verständnis, Einfühlsamkeit, Rückhalt und Unterstützung. Ich kann mir diese Attribute zur Zeit selbst nicht geben, konnte es vermutlich noch nie. Es sind Fremdwörter, von denen ich zwar weiss, sie aber so selten erlebte, dass ich deren Inhalt eigentlich nicht verstehe. Ich sehne mich immer wieder danach, diese Schlagwörter mit echten, eigenen Erinnerungen, Emotionen und Erlebnissen zu verbinden. Zur Zeit kann ich dies aber nicht. Ich brauche andere, die mir helfen, die mir diese Gefühle erklären, sie mir näher bringen.

Es tut so gut, zu hören, dass man toll aussieht, dass man begehrt wird, man einfach wichtig ist für jemand anderen. Gleich fängt sich mein Innerstes an daran fest zu beissen. Ein Teil von mir möchte so gerne glauben, was er da hört, sehnt sich danach, dass die Person, deren Worte mich berühren, diese auch ernst gemeint hat. Ich soll toll aussehen? Ein Teil von mir freut sich über ein solches Kompliment und fühlt sich geehrt. Ich soll begehrenswert und wichtig sein? Wie oft habe ich mich genau danach gesehnt, dass mir einmal jemand dieses Gefühl gibt, ich endlich einmal höre, dass ich nicht ein Niemand bin, nicht jemand, der in Vergessenheit gerät sobald man sich 2 Tage nicht meldet… Leider gab es nur allzu oft Situationen, in denen ich gehofft habe, eine Person gefunden zu haben, die mir genau das sagt, gibt und aufrichtig meint. Leider war es bisher immer nur von kurzer Dauer und der Fall danach, war tief und schmerzhaft. Ich habe angefangen, mich an der Person fest zu krallen, ihren Worten geglaubt, diese in mich aufgesaugt und mich damit über Wasser gehalten. Doch der Boden wird allzuschnell weg gerissen, gewaltsam entwendet und was bleibt ist der unerbittliche Fall in die Tiefe, zum Anfang zurück, in meinen Abgrund.

Ich weiss, es ist keine gute Idee, sich an einer Person fest zu klammern. Beziehungen sind meist endlich, selten verlässlich und somit nicht der Grundstein für ein solides Fundament des Selbst. Dennoch hilft es mir zur Zeit, mich daran fest zu halten, was mir der Mensch sagt, der mir so unglaublich ans Herz gewachsen ist, da ich es mir selbst noch nicht geben kann, mir selbst noch nicht traue.

Obschon ich ja oben erwähnt habe, dass ich oft verletzt wurde, tief fiel und immer wieder am Abgrund aufprallte. Ein Teil von mir scheint die Hoffnung nicht aufzugeben, jemanden zu finden, der mir hilft, aus dem Abgrund empor zu kommen und dabei mein ganzes Wesen beachtet, nicht nur ein Teilbereich davon, der ihm angenehm scheint. Jemand der mir hilft, mein Fundament solide zu bauen, indem er mir hilft, die Steine, die er ursprünglich selbst gelegt hat, in meine eigenen umzumünzen.

Ich habe das grosse Glück, dass ich einen Menschen kennen lernen durfte, der genau dies tut: er scheint mich zu akzeptieren für das was ich bin, auch wenn er die schlechten Seiten genauso kennt wie die Guten. Er scheint mich aber nicht nur zu akzeptieren, sondern will mich so sehr respektieren, dass er sich selbst zurück nimmt, um mich vor mir selbst zu schützen, um sicher zu gehen, dass das, was ich tue, nicht für ihn, sondern für mich ist. So sehr ich selbst ein Mensch bin, der andere immer respektiert und versucht, deren Wünsche und Ziele, Träume und Vorstellungen zu respektieren und zu verwirklichen, so ist es mir völlig fremd, das von jemand anderem so zu erhalten. Einmal mehr erwacht die Hoffnung, einen Menschen gefunden zu haben, der genau so da ist für mich, wie ich es für ihn sein möchte, der mir beisteht, was auch kommt. Ich glaube, nur wer selber Abgründe gesehen hat, erlebt hat was es heisst, in der Dunkelheit zu leben und Ausweglosigkeit zu empfinden, kann andere verstehen, die selber ebenfalls eine schwere Zeit durchlaufen.

Auf diese Art möchte ich dieser Person aus tiefstem Herzen danken und hoffe, dass ich sie nicht mehr verlieren werde, denn ein solcher Mensch ist einzigartig und wird niemals mehr ein zweites Mal gefunden.

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