Diagnose

Diagnose

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Da liegt es, das Dossier: ethliche Seiten Text, die beschreiben, was in 6 Stunden “Verhör“, zahlreichen Tests und in Zusammenarbeit mit meinem Therapeutenstab über mich heraus zu finden war. Zu Teilen steht hier also, wer ich bin. Zumindest ist dies einwenig meine Hoffnung. 

Man sagt immer, man solle sich nicht definieren über seine Diagnose, doch wenn man sich identitätslos fühlt, ist es vielleicht eher ein kleiner Strohhalm an den man sich klammern möchte und von dem aus man vielleicht wenigstens einen Anhaltspunkt hat, womit und worauf das ICH, das SELBST, aufgebaut werden kann.

Die Akte existiert schon lange. Damals wollte ich aber nicht wissen, was drin steht, denn das, was da steht ist vermutlich krass, vermutlich nicht angenehm, es zeigt, dass ich anders bin. Ich wusste damals, dass es mir nicht gut täte, diese Fallakte zu lesen. Nun aber, 2 Jahre später, möchte ich dies ändern. Ich habe mit meiner Therapeutin nun den Deal, dies alles durch zu schauen mit ihr, um zu verstehen, wie die Akte zu verstehen ist, um das Gelesene sofort auch einzuordnen. Ich weiss, dass es eine Gratwanderung ist, dass der Schuss nach hinten los gehen kann, dass sich der vermeintlich harmlose und hoffnungsvolle Strohhalm als eine messerscharfe, unerbittliche Klinge entpuppt… aber ich muss es wissen.

Bald werde ich mehr wissen, wie auch immer es ausgeht.

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