Effizienz

Effizienz

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Bis vor 4 Wochen hatte ich ja Zeit ohne Ende und somit kein Problem mitt allen möglichen ineffizienten Menschen. Jetzt allerdings, habe ich für meine Verhältnisse eigentlich garkeine Zeit mehr und auch allgemein eher wenig. Umso nerviger, wenn man da dann noch von Idiotie und menschlicher Unfähigkeit gestraft wird wie heute.

Friseure haben ja ohnehin ein paar Eigenschaften, die mir gehörig auf den Zeiger gehen. So sind sie eh mal per Du mit dir „hallo ich bin die Katja“ und lächeln dabei oft so, dass es wirkt, als wäre ihr Hirn echt nicht gerade gross gewachsen. Smalltalk Fragen sind eh nie meine Liebsten und somit könnte ich schon an die Decke gehen bei der ersten Frage „und was machen wir heute?“ … naja, ich weiss nicht, was  wir machen…  ich möchte gern nen Haarschnitt und ne neue Farbe. Und ich hoffe du kannst das…

Heute war nun das erste Mal der Tag gekommen, an dem ich ner Friseuse aus dem Salon lief, bevor die überhaupt was tat. Ich wollte helle Haare, liess mir gestern nen Termin dafür geben und die Dame am Empfang war durchaus kompliziert und brachte mich schon bei der so einfachen Sache wie einer Terminvereinbarung leicht aus der Fassung. Bis heute begriff ich nicht, was denn ihr Problem genau war. Sie starrte in ihren Kalender und stellte schnell fest, dass sie keinen freien Termin hatte für den Tag. Statt aber von selbst auf die glorreiche Idee zu kommen, mir nen Alternativtermin zu geben, war dann längere Zeit betretene Stille, wobei sie in ihre Agenda starrte, als ob sie hoffte, dass der Kalender ihr auf wundersame Weise einen Termin ausspucken würde, wenn sie nur lange genug drauf starrte.

Die dezente Frage meinerseits, wie es denn am nächsten Tag aussähe, weckte sie wieder halb aus ihrer Lethargie, und sie schaffte es, mir einen Termin anzubieten. Ob ich hätte applaudieren sollen? Nagut, ich war nun also heute da, wurde empfangen und nach 3-fachem umsetzen und 4-fachem Erkunden nach meinem Namen, sass ich dann doch bei Katja, welche mir erstaunlich gelangweilt gegenüber trat und mich sogar siezte. (Okay, ich muss gestehen, ich war etwas überfordert damit).

Jedenfalls war schnell klar, dass sie mich schlicht über fand oder ihren Job hasste oder keine Ahnung hatte von Kundenumgang. „Was? So hell? Neee nee dat jet net. Könnse vagessn“ ich war total perplex ab einer derartigen Abfuhr, denn, sollte es nicht eher so laufen, dass man die Kundin ernst nimmt und ihr versucht auf höfliche Art und Weise bei zu bringen, dass das Vorhaben nicht so optimal ist, die Alternative X aber durchaus valabel wäre..? Um dem noch einen drauf zu setzen, holte sie ihr Farbenbuch und zeigte mir auf, welche Nouance sie mir in mein Haar maximal machen könnte: eine minimal hellere Nuance, kaum von meiner jetztigen Haarfarbe zu unterscheiden. Nun ist es aber so, dass ich schon oft genau das tat: von ganz dunkel auf ganz hell umfärben. Ging. Jedes Mal. Aber die wollte das wohl einfach nicht. Vielleicht hatte sie an dem Tag schon zu viel Bleichmittel geschnuppert und einfach keine Lust mehr darauf gehabt… was weiss ich. „Ja nee also wennse dat möchtn dann müsst isch da schon ne Einverständniserklärung unta zeischn‘ lassn von ihn‘.. “ Daraufhin holte sie die Empfangsdame vom Vortag, welche mir in einem überheblichen und herablassenden Ton erklärte, dass sie mir tags zuvor schon erklärt hätte, dass es nicht sicher sei, ob mein Farbwunsch machbar sei, und sie da schon dachte, dass es nicht klappen würde, was ich mir vor nahm.

Okay, tief einatmen. WIESOOOO konnte man mir das dann nicht schon am Vortag sagen?? Wieso musste ich einen meiner mittlerweile echt wertvollen Freitage opfern für einen sinnlosen Termin bei einem Friseur, der mir dann erklärt, dass er es eh nicht machen könne, was ich wollte. Die Frage wurde etwas trotteldoof und genau so lethargisch und inkompetent wirkend beantwortet wie mein erster Eindruck von ihr schon war. „Ja, wenn ich am Empfang stehe, bin ich nur für Terminvereinbarungen zuständig, nicht dafür, Ihnen zu sagen, ob ihr Vorhaben geht oder nicht.“

Ich stand auf, und ging. Das tat ich noch nie zuvor. Aber das war mir echt sowas von zu blöd und ich war echt entnervt. Die Katja wollte mir noch ihre Visitenkarte mitgeben und hoffte, mich ein anderes Mal wieder bei sich begrüssen zu dürfen. Ich nahm die Karte ziemlich perplex an, und fragte mich, in welchem Parallelluniversum, ich denn bitte nochmals diesen Salon betreten sollte.

Vuuusaaaa… 😉 Ergebnis: ich habe nach wie vor die selbe Haarfarbe und Haarlänge, ich habe keine Lust mehr, diesen Salon jemals wieder zu betreten und überlege mir ernsthaft, eine Beschwerdemail zu verfassen, denn Kundenorientiertheit geht echt anders. Oder ich habe was falsch verstanden – wer weiss ^^

Allen einen geruhsamen Abend 🙂

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