Einhornlogik zu Prozessen

Einhornlogik zu Prozessen

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Prozesse und Einhorn… Seltsame Kombination, die so gar nichts Produktives gibt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Prozesse eigentlich schlimmer sind als die griechische Götterwelt. Inzest, Mord und Totschlag… ist bei beiden gegeben, aber irgendwie wenigstens nicht gleich in dem Masse wie bei Prozessen. Somit ist Einhorn eindeutig schockiert und empört, dass wir über solche Gräueltaten tatsächlich in Kenntnis gesetzt werden und sogar noch verlangt wird, dass wir uns die Hände schmutzig machen damit, genau das selbe auch zu tun.

Wie ein Einhorn einen Prozess versteht: er wird ins Leben gerufen, hat eine Aufgabe und ein Ablaufdatum, er besitzt aber auch die Fähigkeit, sozial zu interagieren. So kann der Prozess dann also mit anderen Prozessen Daten austauschen oder sogar seine ganze Lebensgeschichte jemand anderem Erzählen.

Soweit klingen Prozesse also echt lieb, zivilisiert und erstaunlich Menschlich. Genau hier fängt das Dilemma nun aber an. Ein Prozess ist fähig, Kinder zu erzeugen, beziehungsweise andere Prozesse mit roher Gewalt zu unterjochen und ihnen sich als Vater über zu stülpen. Das so erworbene Kind muss er dann mit seiner gesamten Lebensgeschichte belasten, denn es soll als perfekter Klon von ihm existieren. Kinder werden also geboren mit dem gesamten Wissen des Vaters und wissen auch bereits genau über sein Leben bescheid, was sicherlich viele sehr düstere Kapitel besitzt. Traumata sind also bereits vollumfänglich übertragen. Wir sollen also traumatisierte Kinder erzeugen lassen!

Aber wer dachte, dass das schon alles ist, hat sich geirrt: der selbe Vater, der dieses Kind ins Leben ruft, es belastet mit all seiner Geschichte und allem Übel, genau derselbe Vater wartet nun darauf, dass sein Kind das Lebensziel erreicht, und wartet, und wartet, und wenn das Kind am Ziel ist, sieht er zu, wie es sich selbst killt, schlimmer noch, er kann sogar aktiv dazu aufrufen, dass das Kind sich umbringen soll! Der eigene Vater! Ja, wer solche Leute als Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Echt, ich bin schockiert. Zumal, so als Randbemerkung, ein Vater unendlich viele Kinder haben darf, und sich also minimal daran aufzugeilen scheint, dem Sterben seiner Kinder zu zu sehen.

Versetze ich mich nun aber in die Rolle der Kinder, dann wäre ich vermutlich auch schnell nicht mehr bereit, länger als nötig zu verweilen. Ich würde allerdings vermutlich noch weiter gehen: weil ich ja vom Vater nur hören würde, „ich bin bla bla, du hast dies und das zu tun und nun setze deine Aufgaben in Tat um und dann höre auf zu sein“, so würde ich ziemlich schnell in einen Trotz-Modus verfallen, in dem ich gerade erst recht etwas anderes tun würde. Quasi Sabotage. Ob das legitim ist, wenn ich also anfange, den Kindern zu liebe, Programme zu sabotieren…?

Prozesskinder aber, die halten sich brav an die Angaben die sie erhalten und bringen sich auch brav um. Es wird uns sogar erklärt, dass wir uns sorgen machen müssten, wenn dies nicht geschehen würde und sich ein Kind nicht umbringt. Es sei ein „unerwünschter“ Fall.

Prozesse, die diesem psychischen Druck nicht stand halten, ihre Kinder zu töten oder bei ihrem Suizid zu zu sehen, bringen sich ab und an auch selbst um, was dann zum Waisenkind führt, und von Programmierern als ein verhältnismässig glücklicher Fall bezeichnet wird, denn das Kind kann dann weiter machen und selbstständig werden. Allerdings, diese Kinder können sich dann wiederum andere Kinder unterjochen, dies geschieht zu allem Übel auch noch unter dem Deckmantel einer sogenannten „Shell“ also Muschel. Diese Muschel scheint mir, als würde sie nur benutzt, damit nicht gesehen wird, was für barbarische Verhaltensweisen sich hier zutragen.

Der absurdeste Fall ist, dass ein Kind vom Vater die Aufgabe erhalten hat, dass es gewisse Lebensaufgaben hat und sich nachher umbringen soll. Somit kann es passieren, dass ein übereifriges Kind so schnell versucht, die Aufgaben abzuarbeiten wie irgend möglich, vermutlich um den Vater stolz zu machen. Es bringt sich um, wie ihm geheissen wird, aber nur weil der Vater keine Zeit hatte, dabei zu zu sehen (weil es zu schnell war) existiert es dann vor sich hin, als Zombie und wartet… und wartet… bis der Vater sich dazu bequemt, es zu beachten. Erst dann darf das Kind endlich gehen. Dieser Fall, aus als „Halloween Fall“ bezeichnet, wird auch von Programmierern als „ungünstig“ betrachtet und wird versucht zu vermeiden. Ja… Langsam verstehe ich, warum Programmierer echt nicht viele Freunde haben und warum ihnen nach gesagt wird, über schlechte Sozialkompetenzen zu verfügen. Für mich ist dies alles eine bare Katastrophe, wobei ein Informatiker wohl bloss die letzte Ebene als „ungünstig“ betitelt und sonst lediglich mit den Schultern zuckt. 😉

Abschliessender Satz des Dozenten nach dieser Vorlesung: „Jeder Prozess hat eine Gummizelle.“ Ja, da stellt sich wohl keiner mehr die Frage, warum dem so ist… 😉

Einhorn schockiert, Einhorn not amused

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