Endlosspirale Endlosspirale Endl…

Endlosspirale Endlosspirale Endl…

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Es ist echt zum schreien. Bis vor Kurzem war mein ganzes Sein darauf ausgelegt, Endlich nicht mehr funktionieren zu müssen wie das ein Amt will, sondern so sein zu dürfen, wie ich es brauche. Nun ist es wohl bald soweit, dass ich wirklich pausieren kann und darf und soll, und schon fängt es an, dass ich garnicht weiss, was ich mit all meiner Zeit tun soll?

Dilemma: Ich kann nicht im normalen Markt arbeiten, da ich bei der geringsten Portion Stress, dem kleinsten Quäntchen Druck, bereits unaufhaltsam in ein tiefes Loch falle. Wenn ich nun also arbeiten würde, so hätte ich innert kürzester Zeit wieder die Tiefsten Depressionen, mein Selbstwert wäre wieder auf dem Nullpunkt und es ginge mir kurzum schlecht. (Wurde mehrfach getestet, in verschiedensten Settings neu versucht, für schlecht befunden)

Arbeite ich nu allerdings nicht, dann habe ich ja unglaublich viel Zeit. Ich bin ein Lebemensch, ich liebe es, etwas zu unternehmen, Menschen um mich zu wissen. Schon wieder das Dilemma: ich mag es, Menschen um mich zu haben, stehe dann aber immer Qualen durch, weil ich Panik habe, dass sie mich nicht mögen. Egal wie lange ich die Person bereits kenne, ich glaube nie daran, dass mir jemand bedingungslos beistehen würde. Bei jeder Person rechne ich damit, dass sie mich wieder im Stich lässt und ich alleine bin. Ich mag also Menschen um mich haben, kann aber eigentlich nie geniessen, Menschen um mich zu wissen, stelle mich unter Druck, weil ich will, dass sie mich mögen und auf keinen Fall verlassen und verbiege mich so wieder dermassen, dass ich mich selbst wieder total verliere.

Hervorragend.

Zeit alleine zu verbringen ist allerdings auch schwer: Zu viel Zeit nach zu denken. Also fange ich an, wie eine Irre, Aufgaben auf zu laden: Fotos schiessen und bearbeiten von einem Anlass, Webseiten erstellen, warten und den Leuten erklären, die diese zukünftig unterhalten sollten, Anleitungen erstellen, Instagram unterhalten, Onlinekurse besuchen, Online Games spielen, Klettern, ins Freibad gehen, Wandern, Fotos schiessen für mich selbst… Die Liste ist unendlich und wächst und gedeiht frisch fröhlich vor sich hin. Es ist wohl kein Wunder, dass ich all das, was ich mir da aufhalse niemals in einem Leben bewältigen kann. Somit ist auch hier der Frust wieder vorprogrammiert, ich sitze vor den Fernseher und kapituliere bevor ich angefangen habe.

Sehr. Schlau. Wirklich.

Es gibt Momente, da kann ich dann mal wieder was machen (wie gerade jetzt, wo ich mal endlich wieder nen Beitrag schreibe) und da geht dann einiges. Aber darauf folgen lange Phasen der Untätigkeit, wo der Selbsthass überhand nimmt, die Freude sich die Klippe runter gestürzt haben muss oder sich im Schrank eingesperrt hat, Motivation mal wieder aus ist und ich somit wieder Experte werde im TV-Programm.

Endlosspirale des Grauens. Ich hoffe, bald immer besser zu lernen, damit umzugehen.

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