Etienne oh Etienne…

Etienne oh Etienne…

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“ich stelle gerade fest, dass ich heute tatsächlich nichts mehr zu tun habe…“

So fing er an, der so vielversprechende Abend, der nach langer Durststrecke der erste zu sein schien, an dem ich wieder mal Zusammenhängendes hören und erfahren konnte von ihm ( mehr als “bloss“ “guten Morgen“, “bin müde und falle gleich ins Bett“…). Ja, ich verstehe nur zu gut die Situation in der er sich gerade befindet, mit einer Arbeitswoche, die eher 7-8 (finde den Fehler) als 5 Tage umfässt, sozialen Einbindungen und Verpflichtungen, zwei Hunden und entsprechendem Schlafmangel, da liegt es mir fern zu (ver)urteilen, dass ich etwas auf der Strecke bleibe.

Ich bin froh, wenn er sich meldet. Und auch wenn ich weiss, dass er gerade keine Zeit hat für eine Beziehung und wir uns entsprechend auf Freundschaft geeinigt haben, kann ich nicht leugnen, dass ich jedes mal Herzklopfen habe, wenn ich eine dieser raren Nachrichten von ihm erhalte. Für kurze Zeit habe ich Schmetterlinge im Bauch, könnte jubeln und singen… Nicht selten ist die Enttäuschung aber fast schon vorprogrammiert, wenn dann nur ein kurzes “bin müde und gehe schlafen“ kommt, ohne nur schon meine darauf folgende Nachricht noch abzuwarten (die meist keine Minute später bei ihm ankommt…). Da fängt es dann an zu drehen in meinem Kopf: warum schreibt er, nur um dann gleich doch nicht mehr abkömmlich zu sein? Bilde ich mir vielleicht nur ein, dass er interesse hat an mir? Immerhin ist schon sehr viel Zeit vergangen seit letztem Sommer und es wäre verständlich, dass er mich nicht mehr wollte…

Alles ändert sich, in diesen raren und für mich so unglaublich wertvollen Momenten, wenn er mal Zeit hat, wir uns unterhalten können, er mir ausführlich schreibt, mich an seinem Leben mit allen Höhen und Tiefen und allen Belanglosigkeiten teilhaben lässt… da geht meine innere Sonne auf. Erinnerungen an schöne Tage mit ihm, vor fast einem Jahr, kommen zurück. Ich bin glücklich.

Ich kann nun wieder optimistisch warten, geduldig sein, Zweifel zurück drängen, mich mit allem was er gibt einfach begnügen und dankbar sein darüber, dass er sich die Zeit nimmt, überhaupt irgendwas zu schreiben, in seinen überfüllten Tagen Zeit findet dafür, mit mir wenigstens kurz zu schreiben.

Diese Gefühle, das Nicht-loslassen-können… ich kenne das sonst nicht von mir. Manchmal macht es mir Angst, da ich mich frage, ob ich mir Wunschträume ausdenke, Luftschlösser aufbaue und mich an einer irrationalen Vorstellung festhalte, die nie real werden wird. Aber ich kann noch nicht aufgeben. Warte, hoffe, bete, glaube..

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