Heinzelmännchen

Heinzelmännchen

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Ich stehe auf, sitze auf s Sofa und schaue aus dem Fenster. Routinemensch wie ich es bin, ist das alles Standardverhalten und nichts neues, aber mir fallen gleich die Augen aus, beim Anblick meines Gartens, denn der ist plötzlich so garnicht mehr, wie er mal war.

Gartenarbeit ist so garnicht meins: Tussi durch und durch, mag ich es nicht, wenn meine Hände schmutzig werden, dreck unter den Fingernägeln klebt, und ich kreische jedes Mal hysterisch, wenn irgend etwas kreucht und fleucht. (Also dauernd).

Dumm nur, dass ich leider ein kleines Gartenbeet besitze, das zu meiner Wohnung dazu gehört und dem ich eigentlich schauen sollte. Naja, es ist dennoch weniger ein Gartenbeet als vielmehr ein Unkrautbeet. Und das ist irgendwie auch für mich, kein schöner Anblick, wenigstens waren meine Mieter neben mir ebenfalls keine begnadeten Gärtner und somit fiel es nicht auf.

Seit einem halben Jahr lebt neben mir eine neue Mieterin und diese hat nun begonnen, auf ihrer Seite des Sitzplatzes alles schön aufzuräumen. Es sieht bei ihr plötzlich alles wundervoll aus: Blumen und Kräuter überall, schön geordnet und mit kleinen Steinen abgetrennt vom Rasen. Es blüht, sieht frisch und wundervoll aus… und dann schwenkt man den Blick auf meine Seite und es scheint alles noch viel erbärmlicher als es ohnehin schon ist.

Als ich sie letzthin im Treppenhaus antraf, kam es dann aber zur unglaublichen Wende: sie LIEBT Gartenarbeit und hat sich nur zu gerne dazu bereit erklärt, mein Beet für mich zu übernehmen und zu bewirtschaften.

Als ich nun also aus dem Fenster schaute, sah ich, wie die hälfte meines Beetes plötzlich brach liegt, meine Nachbarin gerade frischfröhlich pfeifend im Beet steht und sich gerade mit einer ziemlich überdimensionalen Distel herum schlägt. Mit dieser Situation bin ich total überfordert: soll ich nun helfen, fühlt sie sich dann unwohl, will sie gern weiterhin allein sein?

Da ich mir doof vorkam dabei, einfach nur zu zu schauen, nahm ich allen Mut zusammen und gehe zu ihr und helfe mit. Denn eigentlich will ich ja nicht, dass sie alles machen muss. Es entstehen super Gespräche, die Sonne scheint, die Katzen kamen mit raus um zu sehen, was da denn gerade absurdes passiert (denn ja, das ist nicht gerade etwas, was meine Katzen von mir kennen), und ich geniesse es tatsächlich bis zu einem gewissen Grad.

Bis mein Ringfinger plötzlich total anfieng zu brennen und ich erschreckt feststelle, dass ich es irgendwie geschafft habe, mal wieder eine Blase abzukriegen. Keine Ahnung, wie man das schafft. Aber es ging. Es ist also irgendwie klar: ich bin einfach keine Gartennatur. Aber: mein Beet ist nun brach, bis auf eine Tulpe, die irgendwie noch blüht, und es sieht echt genial aus, wenn ich zur Zeit aus dem Fenster schaue. Und ich bin gespannt, was meine Nachbarin in diesem Beet noch so zaubert 🙂

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