Hoffnung stirbt zuletzt (oder von Aktion und Reaktion)

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Manchmal frage ich mich, ob es meine Gedanken sind, die abdriften, oder wie sehr tatsächlich „Ungleichgewichte“ vorhanden sind. So auch jetzt. Ich habe viel Zeit, kann viel nach Lösungen, Ideen und Plan-B, -C und -D Ausschau halten und tue dies auch… Vielleicht auch manchmal zu extrem, wer weiss…? Ich kann ein „es geht nicht“ gerade etwa gleich gut akzeptieren, wie ein Vogel, wenn man ihm sagt, dass er nicht fliegen darf. Vielleicht kann er wirklich nicht mehr fliegen (Flügelbruch, Federn versengt oder was weiss ich) und dennoch wird er es immer weiter versuchen. Genau da fängt nun  die Grübelei für mich an. Bin ich wie ein Vogel, der tatsächlich nicht mehr fliegen kann und es dennoch immer versuchen wird und seine ganze Energie in etwas hinein buttert, was keinen Erfolg haben wird? Oder ist das, was ich tue zielführend, hilfreich und unterstützt nicht nur Person X sondern auch mich?
Und dann kommt das nagende Gefühl, dass es „immer ich“ bin, die aktiv ist, Lösungen sucht und findet, in Tat umsetzt und so versucht, das Unmögliche möglich zu machen… Sehe ich einfach von meinen Gegenübern nicht, wie sehr auch sie aktiv sind und Energie und Zeit investieren? Sind sie womöglich genau so aktiv an Lösungen interessiert aber finden diese nicht gleich schnell wie ich (da ich ja mehr Zeit habe) oder ist es wirklich bei Manchen so, dass es ohne meinen sehr intensiven Einsatz von Zeit und Energie nicht möglich wäre, die Freundschaft zu halten?
Der Gedanke, dass es an mir hängt bringt eine ganze Abwärtsspirale mit sich, die immer wieder schwer zu durchbrechen ist (gerade, weil ich nicht sicher sein kann, ob die ganzen Gedanken zu allem Überdruss hin noch Berechtigung haben…) In mir kommt schnell die Frage auf, ob ich eigentlich für mein Gegenüber einen Wert habe? Ob die Person sich mit mir aus Pflichtgefühl trifft oder weil sie nicht den Mut besitzt, mir zu sagen, dass ich anstrengend bin? Schnell sehe ich meine Gedanken als Wahrheit und sehe darum auch zig Beweise dafür, dass ich dem Gegenüber egal bin, es mich nicht mag, ich mich verrenne, ich mich eigentlich distanzieren sollte. Die Überzeugung, wertlos zu sein wächst und wird manchmal zu einer beinahe unüberwindbaren Scheinrealität (oder ist es doch die Realität..?).
Ich wünschte mir manchmal, ich könnte in die Köpfe meiner Gegenüber sehen, wirklich deren Gedanken zu mir wahrnehmen, sehen, wo ich mich bestätigt fühlen muss und wo ich mich vielleicht geirrt habe, und es eventuell auch Menschen gibt, die mich wirklich mögen wie ich bin, denen meine Freundschaft möglicherweise genauso viel bedeutet wie mir? (Die Hoffnung stirbt zuletzt, wobei es für mich schon absurd klingt, wenn ich von mir selbst diese Zeilen lese… weil, wer bin ich schon…?)
Ein Teil von mir hofft, an Menschen zu geraten, oder vielleicht bereits Menschen in meinem Umfeld zu wissen, die mir helfen können, einen realistischen Selbstwert zu erlangen und eine realistische Selbstwahrnehmung… Die Hoffnung stirbt zuletzt…

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