Lang lebe Amerika…?

Lang lebe Amerika…?

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Erkenntnis: Der Film City of Angels, den ich mir als erstes Studienobjekt für die Verkürzung meiner Flugzeit ausgesucht habe, hat irgendwie nichts mit dem Buch zu tun – nicht nur, dass die Hauptdarsteller deutlich zu alt sind, (und Er obendrein sogar auch noch schrecklich aussieht…) nein, die Handlung ist auch eine andere. Na gut, der Film wurde gestraft durch ein knapp zweistündiges Nickerchen 😉

Allerdings habe ich mich auch weiterbilden lassen puncto Singledasein und musste feststellen, dass die eine Hauptdarstellerin und ich doch etwas gemeinsam haben: ich bin wohl leider so, dass ich mich genau so selbst vergesse und komplett auf mein Gegenüber einlasse wie die Hauptdarstellerin selbst. Nun ist aber irgendwie der Unterschied, dass sie dann kein Problem hat damit, sich dem zu stellen und eine Reise ins Nirgendwo zu machen, ich allerdings schon. Denn irgendwie weiss ich nicht recht, was den mich ausmacht…? Oder habe ich das vielleicht schon dadurch begonnen, dass ich ein Freizeitprogramm für mich gestaltet habe, das mich erfüllt und mir Spass macht?

Diese Fragen mussten einer Zwischenmahlzeit weichen und der Hektik des Sinkfluges, während dessen ich wieder im Cockpit sitzen durfte und somit mein Reiseziel langsam näherkommen sehen durfte. Ich liebe es, Fotos zu machen, bin aber meist zu schüchtern dafür. Dieses Mal allerdings, konnte ich es mir nicht verkneifen, denn die Stadt die sich unter mir ausbreitete war von Meer und Seen umgeben und durchzogen und sah einfach so unglaublich malerisch aus 🙂

Leider ist die Einreise in die USA ein Thema für sich und alles andere als malerisch, vielleicht kann man sie aber blumig umschreiben. ^^

Empfangen durch eine Dame, deren Freude an ihrer Aufgabe ihr ins Gesicht geschrieben war, wurde bereits von Anfang an ein zweier-reihen System erstellt: US-Bürger links, alle anderen: rechts. Ich kam mir etwas in meine Kindergartenzeit versetzt vor, bloss dass ich zum Glück nicht Händchen halten musste mit der Person links neben mir. Rechts in Einerreihe zur Zollkontrolle schreitend wurden wir aufgehalten durch einen Fluggast, der sich dieser Reihenbildung nicht beugen wollte und sich gegen die nette Dame auflehnte. Leider war er auch des Englischen nicht mehr mächtig, genau so wie seine Schrittabfolge und Zielgerichtetheit etwas wenig präzise war. Alkohol fordert wohl seinen Tribut. Ein Securityguard und 10 Minuten Diskussion (die echt schon fast komisch war: „Sir, do you have a Visa?“ „Hä?“ „Sir, are you US-Citisen?“ „Nei, ich, äh, I have… Häää?“ „Sir, please line up with all other passengers“ „Hääää?“…) konnten wir endlich zur Passkontrolle vorschreiten, wobei ich natürlich mal wieder in der Schlange landete, die am längsten hatte… Immer, echt immer, egal wo ich hin gehe – ich lande in der Schlange, in der es einfach nicht voran geht. So konnte ich den Anderen um mich herum zuschauen, wie sie Schritt für Schritt voran kamen und stand mir die Beine in den Bauch, weil die Dame, die gerade beim Zollbeamten stand, sich rege unterhielt mit ihm und mehrfach ihre Fingerabdrücke abgeben musste, am Schluss vermutlich ein ganzes Fotoalbum voller Selfies hatte, letzten Endes sogar in Tränen ausbrach, was den Prozess auch nicht gerade beschleunigte… Eine Gruppe Briten war dann aber erstaunlich schnell durch und irgendwann erbarmte sich der Zollbeamte dann auch mir und ich durfte meinen Weg zur Gepäckhalle und letzten Endes durch die Abschlusskontrolle hindurch fortsetzen und war einfach nur froh, als ich im Bus richtung Hotel sass.

Beruhigender Weise hatten meine Mitreisenden ähnliche Komplikationen und wir sassen alle im selben Boot, was die Unterhaltungen im Bus wenigstens geschürt hat.

Fliegen ist echt toll, nur die US Einwanderungsbehörden sind eine Geschichte für sich, auf die sich vermutlich echt jeder schon den ganzen Flug über freut. Zumal man vermutlich mindestens 3 Mal auf irgendwelchen Formularen bestätigen musste, dass man sicher sei, keinen Anschlag auf die USA zu verüben und man sicher sei, wieder nachhause zu fliegen. Ja die amerikanische Paranoia kennt keine Grenzen.

Was ich mich auch schon immer fragte und mir beim Griff in meine kleine Plastiktüte mit Flüssigkeiten wieder einfiel: wo ist der Unterschied zwischen 10 kleinen 100ml Dosen mit Flüssigsprengstoff und 1 grossen 1 Liter Dose? Ah, richtig, die 10 kleinen kann ich noch verteilen – wie praktisch… -.- Na gut, die Amerikaner und ihre Logik muss man wohl nicht verstehen ^^

Erheiternd ist allerdings, dass die Knöpfe, die man bei den Ampeln drücken muss, „wait!“ schreien, wenn man drückt und es noch nicht „grün“ ist. Zudem sagen sie „walk!“ wenn das weisse Männlein sichtbar wird auf der Fussgängerampel. Die einen sind sogar so gesprächig, dass sie sagen „please walk now“. ^^ Schmerzlich vermisst habe ich aber beim Stolpern über die Bordsteinkante den „watch your step- guide“. Ach na gut, es könnte natürlich sein, dass der nicht da war, weil mein Weg etwas frei gewählt und nicht ganz Regel konform war… ^^

Ein guter Bekannter von mir würde die Erlebnisse von heute mit dem Satz zusammenfassen „ie haben alle ein Ei am Kopp“. ^^

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