Leben… irgendwie

Leben… irgendwie

eingetragen in: Borderline Akzente, Nachdenkliches | 2

Ich weiss, ich kanns selber nicht mehr hören, dass es mir scheisse geht la,la,la… ich wünschte, ich könnte irgendwie einen Schalter umlegen und alles wäre gut, aber egal was ich tue, irgendwie wird alles immer nur noch schlimmer. 

So sitze ich nun hier, an der Last vom Studium dermassen zerbrochen, dass ich es aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, und fühle mich einmal mehr wie ein Versager. Sobald ich etwas tun MUSS geht einfach nichts mehr. Langsam fühle ich mich, als gäbe es eigentlich keine Nische für mich, denn ich scheine weder ins System noch in die Gesellschaft zu passen, bin abnorm, eine Last, ein Sonderling.

Ich habe gehofft, wenn ich lange genug warte bis zum nächsten Blogeintrag, würde alles wieder soweit stabil sein, als dass ich vom Positiven berichten könnte… aber leider nützt wohl alles Warten nichts.Ich passe gerade ins Klischee aller Depressiven und wenns nicht so unglaublich tragisch wäre, müsst ich selbst lachen über mein ganzes Selbstmitleidsgelaber hier. Die Welt ist dunkel, und ich fühle mich genau so. 

Es gibt die Momente, in denen ich Licht finde, wenn ich fotografiere. Da kann ich Stunden damit verbringen und Nächte füllen mit der Nachbearbeitung. Ich besuche demnächst einen Kurs für Bildbearbeitung… und dennoch, ich weiss, das macht mir nur spass, bis mir jemand Druck macht, mir Auflagen gibt… ab da geht nichts mehr, ich werde, wie überall, vermutlich auch da, blockiert sein und auch die Fotografie an den Nagel hängen, genau wie schon den Lehrerberuf und die Informatik. Nicht weils mir spass macht, alles anzufangen und abzubrechen. Auch nicht aus einem masochistischen Motiv, mich mal wieder als Versager fühlen zu wollen. Sondern einfach, weil ich es nicht kann. Jeglicher Druck, von Erwartungsdruck zu Prüfubgsdruck und allem was es sonst noch gibt, führt dazu, dass ich zusammenbreche. Diesmal sogar trotz höherer Medikation und einer eingelegten Pause im Studium.

Irgendwie gibt es doch diese schönen Sprichwörter, dass nach jeder noch so dunklen Nacht wieder ein Tag anbricht. Meiner könnte sehr gern mal kommen, denn so langsam glaube ich nicht mehr daran, dass es ihn gibt, den Tag, die Sonne, das Licht, die Freude.

Ich hoffe, dieser Eintrag ist nicht allzu wirr, Nacht, Aufgebrachtheit und Unruhe bringen mich dazu, keine klaren Gedanken mehr zu fassen. In diesem Sinne sorry, falls man mir nicht folgen kann…

2 Antworten

  1. Nelia
    | Antworten

    Liebe Lyren,

    Letztens habe ich noch an dich gedacht und mich gefragt, wie es dir wohl gerade geht. Jetzt schreibst du und ich freu mich, dich wieder zu lesen, auch wenn es leider keine guten Nachrichten sind. Es tut mir so leid, dass du gerade auch so in der Depression steckst! Ich schicke dir eine Umarmung und viel Kraft, wenn du magst …

    Was du zum Studium schreibst, kann ich gut nachvollziehen 😔 Ich habe meinen ersten Studiumsversuch (Lehramtsstudium) damals wegen der Depression abgebrochen und mich lange sehr schlecht deswegen gefühlt. Es fällt einem in dem Schmerz und der Enttäuschung so schwer, nicht den Mut zu verlieren, aber ich bin mir ganz sicher, du wirst deinen Weg finden und gehen! Ich glaub an dich ❤
    Hast du einen guten Arzt/Therapeuten und Freunde/Familie, die dich momentan unterstützen können? Nicht so viel allein zu sein in so einer schwierigen Zeit finde ich wichtig.

    Alles Liebe,
    Nelia

    • LyrenOrva
      | Antworten

      Liebe Nelia
      Danke für deine Anteilnahme, auch wenn es mir genau so leid tut zu hören, dass es dir nicht gut geht. Ich hoffe, dass du deine Bescheinigung bald erhältst.

      Naja ein erstes Studium habe ich ja mal gemacht, abgeschlossen und sogar als Lehrerin gearbeitet. Aber seit ich angefangen habe zu lernen, auf meine Ressourcen zu achten, mich nicht mehr komplett zu übergehen, kann ich irgendwie nichts mehr abschliessen, was ich mal anfange. Immer fange ich an, mich wieder zu übergehen oder unter Druck zu fühlen. Dann fühlt es sich einfach nicht mehr selbst, sondern fremdgesteuert an und ich muss aufgeben…
      Ja ich treffe mich fast täglich mit Freunden, gehe raus und fotografiere… halt einfach immer von der dunkelheit etwas übertüncht… aber machen tue ich es.

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