Macht der drei Worte

Macht der drei Worte

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Schwarze Dunstwolken treten in mein Blickfeld, ich weiss, ich sollte mich von ihnen fern halten, weiss, die Wolken versprechen nichts Gutes. Dennoch stehe ich wie angewurzelt da, sehe dem schwarzen Übel zu, wie es immer näher kommt. Das kleine Licht in mir scheint sich zu dimmen, als ob es verdrängt worden war und mit ihm alle Emotionen ausser vielleicht Gleichgültigkeit. Kälte erklimmt mich, macht mich matt und taub.

Ich atme ein, atme aus, beobachte die immer mächtigeren Wolken, die sich vor mir zusammen türmen, als wollten sie sich erst vereinen, um dann mit vollster Wucht zuschlagen zu können. Ich atme ein, atme aus, fühle den Effekt der Dunkelheit in mir, schwarz, konstant, bekannt, und okay. Es fühlt sich vertraut an. Eine Trauer, die einer Gleichgültigkeit weicht in der ich da sitze und mich einfach der Situation ergebe. Ich atme ein, atme aus und bin mir selbst egal, verliere das Gefühl für mich. Atme ein, spüre nichts mehr, nehme nichts mehr wahr. Gleichgültigkeit, Ort der Ruhe und der Unverwundbarkeit. Lasse mich treiben durch die Woge der Dunkelheit, mich von ihr vereinnahmen und leiten.

 

Ein Satz dringt durch die Dunkelheit: „Ich liebe dich“. Klar und deutlich ist er zu hören, hallt im Nichts, dröhnt durch die Stille in mein Wesen. Gleissendes Licht erscheint, brennt in meinen Augen. Drängt sich auf, verdrängt die Dunkelheit langsam aber bestimmt, leitet mein Wesen zurück in meinen Körper, füllt ihn mit Emotionen, mit Leben. Rüttelt wach, was so sehr schmerzt. Wie ein Schwert aus Lava kämpfen sich die drei Worte in mich hinein, brennen die Dunkelheit aus mir heraus, hinterlassen ihre Spur der Hitze, Helligkeit und Hoffnung. Und wecken Erinnerungen, die verborgen bleiben wollten, die so gut versteckt in der Dunkelheit gelagert waren.

Hilfe und Rettung? Oder einmal mehr das Spiel mit dem Feuer, das einen verbrennt und verkohlt zurück in die Dunkelheit wirft? Einen innerlich auffrisst, alles Leben in sich aufsaugt, und einen erst aus den Fängen lässt, wenn alles aufgebraucht ist, bis man wieder als leere Hülle zu Boden fällt und im Nichts, der Dunkelheit, der Leere weilt?

Die Schmerzen der aufkeimenden Emotionen sind beinahe unerträglich, brennen wie das Feuer, das sie entfacht hat, lodern wie Zunder. Angst und Hoffnung zugleich, Schmerz und Sehnsucht… Bitte lass meinen Körper den Emotionen stand halten, sie in sich aufnehmen. Lass das Feuer zur lodernden Flamme des Lebens in einem Körper werden, der so lange in der Dunkelheit geharrt hat, lass Vertrauen zurück kehren und Hoffnung nicht enttäuschen, nicht noch einmal.

Setze alles auf eine Karte, und hoffe, bete, dass es gut kommt. Atme aus..

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