Rastlos

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Gedanken schwirren durch den Kopf, bedrängen mich mit ihrer Präsenz bis ich einknicke, ihnen zuhöre, mich auf sie konzentriere und versuche, ihnen zu folgen. So viele Gedanken auf einmal, keine Chance, sie alle zu hören, ihnen gerecht zu werden und sie zu beachten. Schreie in mir werden laut, denn keiner der Gedanken möchte vernachlässigt werden. Jeder buhlt um meine Gunst, ihre langen, kalten Finger versuchen, mich zu erhaschen, zerren an mir. Ihre Fratzen gierig, ihre Augen leblos… Angst keimt in mir auf. Ich versuche, die Gedanken los zu werden, gegen sie anzukämpfen, doch sie beissen sich in mir fest, lassen nicht von mir ab, werden immer penetranter.

Schlaf… das war eigentlich der Plan. Schlaf, die süsse Erlösung von Gedankenkreisen und der innerlichen Gewalt. Aber der Schlaf wird verdrängt, zu gross ist der Krieg der Gedanken in mir. Ich reisse mich los von allen – ignoriere sie, beschäftige mich – denn so kann ich sie los werden. Erschöpfung macht sich breit, die Sehnsucht nach dem wohligen Bett und dem friedlichen Schlaf wächst. Dennoch: ich weiss, was mich erwartet, wenn ich mich der Sehnsucht beuge: der Krieg geht weiter. Ich zwinge mich, bis zur totalen Erschöpfung wach zu bleiben, falle ins Bett, und hoffe auf die Gnade vom Schlaf.

Und er kommt. Endlich. Ruhe, Frieden, ein Moment der Glückseeligkeit. Hoffnung kann endlich wieder keimen, mir den Mut geben, den nächsten Tag anzugehen und mich dem Kampf erneut zu stellen. Hoffnung auf Tage, an denen dieser Kampf in Vergessenheit geraten kann, nicht mehr existiert.

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