Tanzen

Tanzen

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Musik ist etwas, was bewegt, sicher nicht nur mich, sondern grundsätzlich die meisten Menschen auf diesem Planeten. In meinem Falle allerdings in absolut wörtlicher Form. Spielt man irgendwo Musik, läuft ein Song im Hintergrund oder höre ich jemanden an einem Piano spielen, fange ich beinahe unbewusst an, mich im Takt zu bewegen, tanze vor mich hin und in mich hinein.

Die Bewegung zur Musik ist für mich die beste aller Therapien. Ich kann mich fallen lassen, meinen Gefühlen freien Lauf lassen, mich vergessen und gleichzeitig neu erfinden. Musik fliesst durch meinen Körper und gibt ihm die Impulse, die er braucht, damit er sich bewegen kann, genau weiss, was die Musik ihm diktiert. Ich gehe darin absolut auf, fühle mich, wie eine Blüte, die sich öffnet und scheinen kann. Meine Probleme dürfen durch die Bewegung zum Ausdruck kommen und so verschwinden, oder sie heilen sich durch den körperlichen Ausdruck und die Musik.

Immer wieder bin ich fasziniert, was mein Körper kann, wenn man ihn lässt: Drehungen, Schrittfolgen, das Winden des Körpers… Es tut gut das zu merken, denn so fühle ich mich da, wach, fit, und irgendwie… ganz. Ich glaube an mich – für ein mal. Ich liebe es, neue Tanzstile zu lernen, mir neue Bewegungen anzueignen und neue Herausforderungen anzugehen. So mache ich zur Zeit einen Paartanz-Kurs mit Grundschritten in sämtlichen gängigen Standardtänzen. Ich habe so wieder einen Weg, mich zur Musik zu bewegen, wie ich es 13 Jahre lang im Ballett tat (das ich beenden musste weil ich einfach zu alt war) allerdings ist die neue Herausforderung, dass ich nichts alleine tun darf. Ich muss mich leiten lassen durch mein Gegenüber, alles ist davon abhängig, was er kann und wie gut ich verstehe, was er will. Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung, was mich lehrt, endlich mit Kritik umzugehen und dabei abzuschätzen, ob ich tatsächlich was falsch gemacht habe, oder ob ich für mich einstehen darf. Nicht, weil ich Zoff will, aber weil mich jemand zu Unrecht beschuldigt. Es geht dann darum, gemeinsam heraus zu finden, wo es happert und wie man es schafft, das Problem zu beheben, gemeinsam. So sehr mich das herausfordert, es ist toll, so nicht nur alleine und als Einzelkämpferin auf der Bühne zu stehen, sondern zu Zweit zu sein und gemeinsam die Musik zu interpretieren.

Auch wenn ich dadurch an Freiheit in meiner Bewegung einbüsse, hat die Gemeinschaftskomponente einen unglaublichen Wert für mich und ich freue mich sehr auf jede neue Tanzstunde und die Figuren, die ich lerne.

Erfüllt durch die positive Stimmung vom Tanzen, fühle ich mich wieder gut, kann wieder Hoffnung zulassen und zu mir stehen. Ich bin froh, dieses Ventil gefunden zu haben. 🙂

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