Traum zum zweiten

Traum zum zweiten

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Ich hatte das grosse Glück, mich nun über mehr als eine Woche hinweg „getragen“ zu fühlen und dabei eine echt tolle Zeit zu haben. Leider hat mich vor ein paar Tagen dann die grosse Trauer wieder gehabt. Ich fühlte mich hilflos, wie so oft, hatte keine Kraft mehr und vor allen Dingen liess mich nicht in Ruhe, dass meine Beziehung einfach so unglaublich kompliziert ist.

In meiner Verzweiflung habe ich gebetet, was anderes schien mir nicht mehr zu helfen. Ich bin eine sehr gläubige Person, jedoch habe ich meine Probleme, den Glauben auf der rechten Spur zu halten, in keine Extreme abzudriften, in denen ich mir von irgendwelchen Institutionen sagen lasse, was ich zu tun habe ect. Somit ist mein Glaube oft sehr wankelmütig und sehr oft nur dann da, wenn es mir wirklich schlecht geht, und ich keinen anderen Ausweg mehr sehe. Und so betete ich ab jenem Abend an, flehte, klagte, trauerte…Ich hoffte auf das Wunder von dem man so oft hört: innert einem kurzen Moment würde sich dann das ganze Leben ändern, alle Probleme wären weg und ich müsste mir keine Sorgen mehr machen, um nichts und Niemanden. Ich war sehr enttäuscht, als ich mehrere Tage vor mich hin vegetierte, eigentlich keinen Ansporn mehr hatte, weiter zu machen und noch nicht mal das Beten was brachte. Irgendwie musste sich was ändern in meinem Leben und in der Beziehung, denn sonst würde das alles nicht mehr weiter gehen. So wie es ist macht es mich kaputt.

Gerade als ich wirklich nicht mehr weiter wusste, kam eine Nachricht meiner Nachbarin, aus heiterem Himmel (obschon mein Himmel gerade alles andere als heiter war), die mir Mut machte, stark zu bleiben was meine Beziehung angeht, denn sie glaube sehr daran, dass diese Beziehung gut sei für mich, und ich „nur“ noch etwas Geduld brauchen würde. Es tat so unglaublich gut, das zu hören, denn ich habe die Hoffnung eigentlich an jenem Morgen aufgegeben. Ich fühlte mich ausgelaugt, hatte das Gefühl, dass egal was ich tat, es nicht half, mich eher von meinem Partner entfernte, als dass es mir die Nähe zurück gab, die wir hatten. Laut meiner Nachbarin ist es ein Gütesiegel, wenn eine Beziehung erst einmal schwierig beginnt, denn sie glaubt, dass einfache Beziehungen nicht von Bestand sind, eine Beziehung, die Zukunft habe, würde erste einmal umkämpft. Nicht, dass ich mir einen solchen Start wünschte, aber dennoch schien es sich auch in meinem Leben wie ein roter Faden durch zu ziehen: wenn Beziehungen anfangs sehr leicht waren, waren sie auch schnell wieder beendet, da sie mir einfach zu wenig Tiefgang hatten, nicht genug gaben. Die wenigen Momente, als ich mich wirklich einigermassen gut aufgehoben fühlte bei jemandem, war es eigentlich immer so, dass sich massive Probleme in den Weg stellten. Finanzen, Distanz, Wohnsituation, Familie… Auch dieses Mal ist es nicht anders. Und genau die Nachricht meiner Nachbarin hat mich irgendwie darauf aufmerksam gemacht.

Ja, eine einfache Beziehung würde meinem momentanen Gefühlszustand besser tun, das denke ich auch. Aber ich komme einfach nicht von dieser besagten Person los, auch wenn ich mich auf den Kopf stelle. Denn immer, wenn ich es irgendwie versuche, zieht mich wieder etwas „wie magisch“ zu ihm zurück. So zum Beispiel diese Nachricht und der Traum, der einige Tage darauf folgte:

Es war die Vorbereitung auf eine Schlacht, jedoch wurde sie nicht mit Waffen geschlagen. Es war keine grosse Schlacht mit ethlichen Millionen Kämpfern, wir waren lediglich ein paar Duzend Leute auf meiner Seite, und noch weniger Gegner, jedoch wussten wir, dass die Gegner nicht zu unterschätzen waren. Unser Grund für den Kampf? Mein Freund.

Es war alles durchaus hektisch und gleichzeitig melancholisch. Überall wurden Vorbereitungen getroffen, jeder hatte seine Aufgaben zu erledigen und ich merkte, wie die Moral sank, je mehr den Leuten auffiel, dass es Verluste geben könnte und vermutlich auch würde. Plötzlich wurde allen schmerzlich bewusst, wen sie zurück lassen würden und vor allem die Kinder lagen allen am Herzen. So kam es, dass ein Medaillon gefertigt wurde, das für die Kinder der Hinterbliebenen sein sollte, für den Fall unseres Falls. Es sollte ihnen erklären, warum dieser Kampf wichtig war, und warum er gefochten werden musste, auch wenn es dazu führen könnte, dass wir unsere Kinder zurück lassen müssten. Schweren Herzens wurde dieses Medaillon von mir dann an einen Ort gebracht, an dem ein Junge es finden würde, denn für ihn war es primär bestimmt; ein kleiner, elfjähriger Junge. Ich wusste, Verluste würden aufkommen, aber ich hatte ein Gefühl von Ruhe in mir – egal was kam, es musste so kommen und egal was mit mir geschah, ich konnte nichts daran ändern, alles was ich tun konnte, habe ich getan. Alles oder nichts schien das Motto.

In eben diesem Moment, als die Vorbereitungen zu Ende waren, wachte ich auf. Es gibt bei mir Träume, die verblassen, je mehr Zeit vergeht (meistens bereits kurz nach dem Aufstehen) und es gibt diese speziellen Träume, die eben nicht verschwinden. An die kann ich mich selbst Tage später noch erinnern, ohne Details zu vergessen.  Auch dies war wieder einer dieser Träume, genau so wie die zwei über meine Mutter. Nun liege ich im Bett, einen Abend nach diesem Traum und warte, was kommt, hoffe auf einen guten Ausgang, oder auf einen weiteren, klärenden Traum, der mir zeigt, was ich tun soll.

In diesem Sinne: gute Nacht

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