VerLust

VerLust

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Blaue augen schauen mich verträumt an „ich liebe dich“ haucht seine Stimme, und seine Arme ziehen mich immer näher zu sich.

Die Worte lassen mir eiskalte Schauer den Rücken runter laufen. Nicht, dass ich ihm nicht glaubte, was er sagt, aber gerade dann zerreist es mich vor Scham, dass ich ihn im Glauben lasse, dass ich genau so empfinde, und dazwischen, so sehr nach Nähe und Zuwendung zu lechszen, dass es mir offenbar egal ist, woher ich sie kriege, hauptsache ich bin nicht allein, hauptsache, ich kriege Beachtung und das Gefühl, toll zu sein.

Und dann… ja dann… dann geht er. Ich atme aus und merke erst da, wie erleichtert ich bin, wie viel besser es mir nun geht und wie sehr ich geniesse, allein zu sein. Wobei dies echt selten der Fall ist, werde ich von ihm doch belagert, aobald ich daheim bin und bis ich das Haus verlasse (und manchmal noch länger). Heute Morgen allerdings, hatte ich für ein Mal eine wundervolle Dreiviertelstunde Ruhe, und Zeit für mich, wo ich einfach sein durfte, was ich bin.

Der Tag nimmt seinen Lauf, ich bin krank, dennoch schlepp ich mich durch den Tag, denn ich muss. Und gleich schon kommt das Sehnen nach Nähe und Zuwendung. Gleich schon kommen die Gedanken, ihn zu bitten, sich heut Abend wieder zu mir zu begeben und mich nicht allein zu lassen… und dann kommt auch die Frage, ob er vielleicht nur deshalb so oft bei mir ist, weil ich ihn dazu bringe?

So unglaublich ambivalent war ich glaube ich noch nie bei jemandem, für den ich eigentlich keine Gefühle habe, ausser Mitleid. Und dann sind da noch all die vielen Momente, in denen ich ihn anschaue, und mir vor dem inneren Auge jemand anderen wünschte, in denen ich mich in eine Umarmung lehne ind mir vorstelle, es wären die, eines mir so vertrauten Mannes, der nun doch so weit weg ist… Küsse, Berührungen… und gleich wieder die gnadenlosen Stiche, wenn die Realität mich einholt und mir gnadenlos aufzeigt, was ich da gerade tue, dass ich gerade jemanden benutze, um mich über jemand anderes hinweg zu trösten…

Schuldgefühle, Selbsthass… und das Vorhaben, ihn gehen zu lassen. Nur um gleich wieder rückfällig zu werden, sobald er schreibt. Nicht zuletzt, weil ich mich ihm verpflichtet fühle, er mir leid tut, ich ihn nicht verletzen will. Und im Hinterkopf ist immer die Stimme, die mich daran erinnert, dass es für ihn mit jedem Tag schlimmer werden wird, ich ihm nichts Gutes tue mit meiner Aktion… und doch kann ich nicht anders.

Ein müdes Lächeln huscht somit über mein Gesicht, wenn ich ihn sehe. Wenn seine Augen funkeln, er mich an sich zieht und küsst, mir in die Augen sieht und sagt, dass er mich liebt, schmige ich mich an ihn, gebe ihm das Gefühl, ihn vermisst zu haben und genau so zu empfinden wie er….lächle ihn an und verliere mich für eine weitere Nacht.

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