Warum?

Warum?

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Es gibt so vieles, was mich einfach nie in Ruhe lässt. Angefangen damit, dass ich mich oft genug frage, warum ich denn gewisse Haltestellen in meinem Leben wirklich mitnehmen musste und sie nicht überspringen konnte. Hätte ich etwas anders machen können? Hätte es Möglichkeiten gegeben, meine Geschichte anders zu schreiben? Wäre ich die selbe Person mit allen Makeln und aber auch Vorzügen, die ich nun bin, wenn ich etwas verändern könnte? Zum Glück kann man das garnicht, also ist die Frage eigentlich müssig. Aber dennoch ertappe ich mich des öftern dabei, mir genau diese Fragen zu stellen.
Genauso frage ich mich, warum gewisse Menschen mit einigen Umständen umgehen können, während andere daran zu Grunde gehen. Welche Verhaltensmuster habe ich, die ich ändern müsste, damit an mir, einer Ente gleich, alles abperlen würde? Werde ich es jemals schaffen, mich von gewissen Mustern zu distanzieren und andere Muster an deren Stelle treten zu lassen? Oder bin ich wirklich irreversibel krank und werde mir nur von Tag zu Tag mehr bewusst darüber, wo ich von der Norm abweiche und was das mit mir und meiner Umwelt anstellt?
Bei gewissen Verhalten komme ich an meine Grenzen erklären zu können, was überhaupt in mir vorgeht und warum ich so ticke, denn rational betrachtet machen viele meiner Aktionen keinen Sinn. Manchmal kann ich mich in einer Situation sogar beobachten und weiss genau, dass ich in einem Muster agiere, das mir eigentlich überhaupt nicht passt. Aber ich kann dann nichts weiter tun als mich dabei beobachten, genau den selben Fehler schon wieder zu tun und mich später wieder dafür zu entschuldigen. Oder ich kapsel meine Emotionen ein, in der Hoffnung, dann niemanden zu verletzen. Ich werde zu einem Wesen, das einfach nur vor sich hin lebt, den Tag versucht durch zu bringen, und zum Schluss nach mehreren Wochen Dahinvegetieren erschrickt darüber, wie viele Menschen ich durch diese Art der Abkapselung vergessen, ignoriert und zum Teil sogar verloren habe. Da merke ich dann, dass auch das komplette Abkapseln nichts bringt. Manchmal fühlt es sich an wie ein Teufelskreis: egal was ich tue, es scheint unweigerlich Menschen zu verletzen. Vorzugsweise Menschen, die mir wichtig sind.

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